Geschichte des Übermasserhauses  Koglerau/Pöstlingberg

Das Übermasserhaus wurde in den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts  errichtet und von den Übermasser-Schwestern bezogen, die vorher in einer kleinen Holzhütte am Brandstetterweg gewohnt hatten (Keine Verwandtschaft mit dem Übermasserwirt in Gramastetten). Im Haus wohnten drei der fünf Schwestern, nämlich Anna, Rosa und Resi. Die anderen zwei hießen Klothilde und Maria. Schwester Klothilde arbeitete als Hauptschullehrerin in St. Anna in Steyr und sorgte für die anderen Schwestern. So handelte sie auch einen Leibrentenvertrag mit Pfarrer Schachinger (von der Pfarre Pöstlingberg) aus, der bis zum Tode der Schwestern galt. Die Schwestern vermissten Pfarrer Schachinger sehr, weil er sich sehr für sie eingesetzt hatte.  Maria war eine Dienstmagd in Summerau, über sie weiß man eher wenig. Nun zu den Bewohnerinnen:

Rosa war die Besitzerin, sozusagen die Chefin im Haus, sie arbeitete in der Wäscherei der Barmherzigen Schwestern. Anna war Pfarrersköchin, Resi blieb zu Hause und sorgte für die Haustiere und den großen Garten. Sie alle lebten in äußerst – auch für damalige Verhältnisse – bescheidenen Verhältnissen Und waren sehr religiös. 1990 verstarb Rosa als letzte der Übermasser-Schwestern.

Danach lebten, vielmehr vegetierten Flüchtlinge im Haus dahin und das Haus kam sehr herunter, bis es zur Jahrtausendwende nur mehr eine Ruine war. Am 6.6.2002 schloss die Gemeinde Gramastetten mit der Stadtpfarrkirche Linz/Pöstlingberg eine Mietvertrag auf unbefristete Zeit ab, wobei das Stadtpfarramt für 10 Jahre auf ihr Kündigungsrecht verzichtete. Der Mietzins beträgt pro Jahr 100 €. Der Bürgermeister von Gramastetten Heinrich Madlmayr stellte das Haus der Jugend zur Verfügung.

Wir, das heißt die Jugend am Pöstlingberg/Koglerau , versuchen jetzt, das Übermasserhaus zu sanieren und seine Erhaltung zu gewährleisten, wobei uns die Gemeinde Gramastetten (vor allem Bürgermeister Heinrich Madlmayr und Herr Kaiser) kräftig unterstützen.

 

Nach den Recherchen für diesen Bericht wurde mir erst richtig klar, wie interessant die Geschichte dieses Hauses ist. Ich appelliere daher an alle  zusammen zu helfen, um aus dieser Ruine wieder ein Schmuckstück zu machen. Ich hoffe weiters, dass das Übermasserhaus als Jugendzentrum erhalten bleibt und nicht als „Skihütte“!

Text und Fotos:Michael Gerstmayr (Nach Gesprächen mit Herrn Anton und Frau Elfriede Buchgeher, Schwester Anastasia und Frau Wollendorfer sen.)

siehe auch: Jugendzentrum Übermasserhaus