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Kupfermuckn bei Marianne

Armen Menschen ein neues Gesicht zurückgeben und damit auch ihre Würde«, so lautet die Devise von Marianne Grader. Das soziale Engagement der Friseur-Meisterin mit eigenem Geschäft in Gramastetten ist beachtlich. Bereits im Jahr 2008 schnitt sie im »Vinzenzstüberl« der Barmherzigen Schwestern jeden Mittwoch obdachlosen Menschen ehrenamtlich die Haare. Seit einem Unfall mit Schulter-Verletzung kann sie den Arm nicht mehr hochheben. Schweren Herzens musste Marianne diesen ehrenamtlichen Dienst wieder an den Nagel hängen.

Seit drei Monaten bekommt sie nun Unterstützung von Abed. Der Asylwerber und gelernte Friseur aus Syrien besaß in seiner Heimat einst zwei eigene Salons. Krieg und Terror legte alles in Schutt und Asche. Abeds Lebenswerk wurde zerstört. Nach einer beschwerlichen Flucht vor drei Jahren landete er bei Marianne. Beide sehen es als »glückliche Fügung«, dass das Schicksal sie zusammenführte. Nun darf er hier über einen AMS-Kurs ein Praktikum absolvieren. Marianne wird ihn dann fix anstellen. Beide haben den Kupfermuckn-Redakteuren einen neuen Look verpasst. Kostenlos versteht sich. Wir bedanken uns!

Fotos und Text: Daniela Warger aus den Kupfermuckn 2018

„Nach der Corona Schließung schrieb mir Marianne und lud uns zu einem Besuch bei ihr ein. Wir fuhren bald zu ihr und irgendwie hatte ich schon ein komisches Gefühl mit Maske beim Friseur zu sitzen. Claudia, Annemarie und ich bekamen einen Rundum – Service, was super war. Ihr syrischer Angestellter Abed und Marianne kümmerten sich so hingebungsvoll um uns, als wären wir zahlende Kunden. Ich finde das immer sehr wertschätzend. Außerdem ist es einzigartig, dass wir seit Jahren zu ihr fahren dürfen und danach immer wieder gestylt nach Hause kommen. Marianne hat bis jetzt noch nie einen Cent von uns verlangt, worüber ich froh bin. Dazu würde mir das nötige Kleingeld fehlen. Es wäre ein zu kostspieliges Vergnügen. Noch dazu, wenn man auch die Haare gefärbt bekommt. Nachdem wir fertig waren, mussten wir noch warten, das taten wir in Mariannes Wohnung, wo wir auch etwas zu trinken bekamen. Liebe Marianne, was du für uns tust und bereits getan hast, ist keine Selbstverständlichkeit und dafür wollen wir wieder einmal von ganzem Herzen „Dankeschön“ sagen.“

Sonja

Leserbrief aus den aktuellen Kupfermuckn September 2020

(Bericht auf gramastetten.at war eine Idee von Christa Lummerstorfer)