Überwältigender Vertrauensbeweis für Wassergenossenschaft

Ortsentwicklung bringt Wassergenossenschaft an ihre Leistungsgrenze

Trotz umfangreicher Investitionen in den letzten Jahrzehnten kann die Wassergenossenschaft Gramastetten, die rund 3.200 Personen mit Mühlviertler Quellwasser versorgt, den ehrgeizigen Ortsentwicklungsplänen der Politik nicht mithalten.  Die Frage lautet, ob die Siedlungsentwicklung den Möglichkeiten der Wasserversorgung angepasst oder die Wasserversorgung auf komplett neue Beine gestellt werden muss.

Das Führungsteam der Wassergenossenschaft rund um Obmann D.I. Dr. Franziskus Zeilinger und Obmann-Stellvertreter HR. D.I. Kurt Pfleger sieht die Leistungsgrenze der Wassergenossenschaft bei einem künftigen maximalen Tagesbedarf von 1.000.000 Liter Trinkwasser gegeben. Das ist gegenüber dem derzeitigen Bedarf eine Steigerung um 70 Prozent. Verglichen mit dem Jahr 1986 bedeutet das ein Zunahme von fast 200 Prozent. Damals wurde das Grundkonzept für die Modernisierung und den längerfristigen Ausbau der Versorgungsanlagen der Wassergenossenschaft erstellt.

Das in der Region erschließbare Trinkwasser, die Kapazität der Wasserleitungen und des Hochbehälters sind begrenzt. In dem von der Gemeinde beschlossene „Räumliches Gesamtkonzept 2040“ sind um den Ortskern Bauflächen von mehr als dem Doppelten der derzeit von der Genossenschaft versorgten Grundstücksflächen vorgesehen die einen Tagesbedarf von 2.000.000 Liter ergeben.  Das kann die Wassergenossenschaft weder finanzieren noch die dafür notwendigen Trinkwasservorkommen finden.

Bei der Versammlung der Wassergenossenschaft am 21.5.2021 im Gramaphon waren deshalb die Mitglieder als Eigentümer der genossenschaftlichen Versorgungsanlagen aufgerufen, darüber zu entscheiden, wie sich die Genossenschaft weiterentwickeln soll.

Keines der Mitglieder war dafür, die Wasserversorgung künftig durch die Gemeinde oder durch ein Unternehmen wie die Linz AG durchführen zu lassen. Es wurde auch abgelehnt unbeschränkt alle anzuschließen oder einen Anschlussstopp zu verfügen.

Mit 126 von 127 gültigen Stimmen, also einer überwältigenden Mehrheit, entschieden sich die Mitglieder für das Ziel einer nachhaltigen Versorgung durch die Wassergenossenschaft. Die Versorgung soll langfristig gesichert werden. Die Zunahme des Wasserverbrauchs soll für die Genossenschaft verkraftbar bleiben unter Rücksichtnahme auf die erschließbaren Wasservorkommen, die Leistungsfähigkeit aller Anlagen und leistbare Wasserpreise. Das ist ein großer Vertrauensbeweis für das Führungsteam der Wassergenossenschaft rund um Obmann D.I. Dr. Franziskus Zeilinger.

Wie es außerhalb des neu definierten Versorgungsgebiets mit der Wasserversorgung weitergeht, muss noch entschieden werden. Das Trinkwasserversorgungskonzept der Gemeinde weist zwar jene Bereiche aus, in denen eine gemeinsame oder öffentliche Wasserversorgung grundsätzlich Sinn macht. Wer sich in diesen Bereichen um die Wasserversorgung kümmern soll und woher das Trinkwasser dafür bezogen werden kann, ist aber noch ungeklärt.

Investitionen der Wassergenossenschaft in die Zukunft

Nach der Entscheidung der Mitglieder über den künftigen Weg gab die Versammlung grünes Licht für das bisher größte Investitionsprogramm der Wassergenossenschaft. In zwei Ausbauschritten und mit Kosten von rund einer Million Euro soll das Projekt „Brunnen Hamberg – Türkstetten – Langwies“ umgesetzt werden. Damit hofft die Genossenschaft insgesamt täglich zusätzlich 390 Kubikmeter Trinkwasser ins Netz fördern zu können. Leider erfordern Eisen und Mangan im Tiefenwasser eine aufwändige Wasseraufbereitungsanlage. Sie wird im Ortsteil Langwies zusammen mit einem Tiefbehälter und einem Pumpwerk errichtet. Diese fördert das Tiefenwasser in einer neuen 1,3 km langen Transportleitung vom Tiefbehälter in den 100 Meter höher gelegenen Hochbehälter. 

Trotz dieser Großinvestition muss zur Abdeckung des künftigen Bedarfs von 1.000 m³ pro Tag der Zukauf von Trinkwasser aus der Fernwasserversorgung Mühlviertel auf etwa das Vierfache erhöht werden. 

https://www.wassergenossenschaft.or.at/

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